d
FB TW IG

#thelma_winery

Gin Botanicals  im Vergleich

Ins Deutsche übersetzt bedeutet das Wort Botanicals so viel wie „pflanzliche Extrakte“, was den Nagel auf den Kopf trifft. Botanicals sind Pflanzenbestandteile, die bei der Gin Herstellung zum Einsatz kommen. Sie verleihen Alkohl dessen Aroma. Es handelt sich also quasi um Gewürze für Schnaps. Das klassische Botanical, das die geschmackliche Grundlage für die meisten Gins bildet, ist die Wacholderbeere. Daneben gibt es über hundert weitere Botanicals – die Auswahl ist also groß. Dennoch beschränken sich die meisten Hersteller auf den Zusatz einiger weniger, für gewöhnlich zwischen sechs und zehn, dieser Gewürze. Neuere, experimentellere Marken, die vielfältige und exotische Gewürze verwenden und abenteuerlich kombinieren, hat der Markt aber durchaus auch zu bieten. Dieser Artikel geht auf die verschiedenen Arten von Botanicals, sowie auf deren Verwendung ein, erklärt, worauf es beim Kauf zu achten gilt und gibt Tipps dazu, wie man Gin selber machen kann.  

Unsere Top 5 Gin Botanicals Sets

9.9
Neutraler Gin aus Spanien
Infos zum Gin-Anbieter
  • Mediterranear Gin aus Katalonien
  • Aus Zutaten wie Oliven, Thymian, Basilikum und Rosmarin
  • Mehrfach ausgezeichnet 
  • Serviert mit 1724 Tonic Water und Rosmarin
8.9
Schwarzwald Dry Gin
INFOS ZUM GIN-ANBIETER
  • Aus dem Schwarzwald
  • Insgesamt 47 handverlesene Zutaten – 1/3 aus dem Schwarzwald
  • Sowohl pur als auch in Mischgetränken ein Genuss
  • Serviert mit 1724 Tonic Water und Limette
7.8
Charakteristischer englischer Gin
INFOS ZUM GIN-ANBIETER
  • Ursprungsland ist England
  • Aus Zutaten wie Gurken- und Rosenblattessenzen
  • Apothekerflasche im viktorianischen Design mit Korkverschluss
  • Serviert mit Fentimans Light Tonic Water und Gurke
7.9
Costa Vicentina (Portugal)
  • Destilliert in Hamburg 
  • Intensiver Wachholder und Zitronen Geschmack
  • Typisch weiße Tonflasche schützt Aromen
  • Serviert mit Fentimans Tonic und Zitrusschale

Diese Arten von Botanicals gibt es

Generell werden vier Arten von Botanicals unterschieden:

Blätter und Kräuter

Der Gruppe der Blätter und Kräuter sind die meisten Gin Botanicals zuzuordnen und fast jeder Wachholderbranntwein enthält einige Gewürze aus dieser Kategorie. Sie beinhaltet zum einen herbe, würzige Kräuter, wie Bärwurz, Basilikum, grüner Tee, Oregano und Wermut, zum anderen aber auch liebliche, florale Botanicals, zu denen beispielsweise Himbeerblätter, Lavendel, Limettenblüten, Hibiskus und Zitronengras gehören. Richtig ausgefallen wird es unter anderem mit den Gewürzen schwarze Edeltraut, italienische Strohblume, Seetang oder Weihrauch.

Ein Topf Basilikum
Verschiedene Früchte

Früchte

Von Früchten wird nicht nur das Fruchtfleisch, sondern teils auch die Schale verwendet, um Alkohl zu aromatisieren. Sehr beliebt sind in dieser Kategorie sind Blutorange, Brombeere, Gurke und Limette. Aber auch hier sind der Fantasie nahezu keine Grenzen gesetzt. Von Aroniabeere und Birnenquitte über Mango, Physalis und Pomelo bis hin zu Sanddorn und Vogelbeere ist im Bereich der fruchtigen Botanicals alles vertreten.

Körner, Hülsen und Samen

Bittermandeln, Fenchelsamen, Kardamom, Kümmel, Piniensamen und Zitronenpfeffer sind nur einige Beispiele für die Vielfalt an starken bis milden Hartkorn Gewürzen, die zur Ginherstellung in Frage kommen.

Verschiedene Gewürze
Zimt & Kurkuma

Hölzer, Wurzeln und Rinden

Zu guter Letzt verleihen Wurzeln und Rinden, darunter Ceylon-Zimt, Kurkuma, Lotuswurzel und Sandelholz, so manchem Wachholderbranntwein sein reiches Aroma.

Wer sich für eine vollständige Liste mit Kräutern, Früchten, Samen und Wurzeln, die als Botanicals gelten, interessiert, wird online schnell fündig.

Weitere Informationen über Botanicals

Wie werden Gin Botanicals richtig verwendet?

Beim Herstellen von Gin werden Botanicals hauptsächlich auf zweierlei Weisen eingesetzt:

Die Mazeration

Die meisten Gins werden mit dem Verfahren der sogenannten Mazeration aromatisiert, das auch Kaltauszug genannt wird. Die Gewürze werden lose oder in einem Sieb in die Alkohollösung gegeben und verbleiben dort für mindestens 36 Stunden. Je nach Aromaabgabe und Botanical, ist auch eine Mazeration von mehreren Tagen möglich. Möchte man den Prozess beschleunigen, wird die Lösung einfach leicht erwärmt. Der dezent veränderte Vorgang wird Digestion genannt. Zur anschließenden Destillation im Kupferkessel wird das Sieb mit den Gewürzen in der Regel entfernt. Lose eingelegte Gewürze lassen sich dagegen häufig nur schwer herausnehmen. Manche Ginhersteller lassen sie aber auch bewusst in der Flüssigkeit, um dem Alkohl eine zusätzliche bittere Note zu verleihen. Durch die hohen Temperaturen beim Brennen setzen manche Botanical nämlich Bitterstoffe frei.

Die Perkulation

Die Alternative zur Mazeration ist die Perkulation. Dieses Verfahren sieht keinen direkten Kontakt von Gewürz und Alkohollösung vor. Hierfür werden die Gewürze in einem Sieb über dem Brennkessel aufgehängt. Die Dämpfe, die während des Brennens aufsteigen, nebeln die Gewürze ein, deren Aroma sich so auf das Destillat überträgt. Alkohol, der auf diese Weise hergestellt wird, ist in aller Regel milder und weit weniger aromatisch.

In beiden Fällen werden die Zutaten normalerweise vorab zerkleinert, sodass sie ihre Aromen leichter abgeben.

Woran erkennt man gute Qualität bei Botanicals?

Qualitativ hochwertige Gewürze sind komplett unbehandelt, liegen also in ihrer ganz natürlichen Form vor. Sprich: Es sind weder Konservierungs-, noch Farb- oder Geschmacksstoffe zugesetzt – genau so, wie es sein soll. Außerdem sollten sie sich gut dosieren lassen und über ein charakteristisches Aroma verfügen. Charakteristisch bedeutet in diesem Zusammenhang nicht unbedingt stark, sondern eher typisch für das jeweilige Botanical. Leider gibt es keine allgemeinen Qualitätsrichtlinien, sodass man es letztendlich auf einen Versuch ankommen lassen muss.

Worauf sollte beim Kauf von Gewürzen geachtet werden?

Botanicals für Gin können online in bestimmten Shops gekauft werden, die sich auf Gewürze für Alkohol spezialisiert haben. Dort finden Kunden meist eine große Auswahl vor, die zum Stöbern und Experimentieren einlädt.

Die Menge

Generell gilt: Lieber öfter kleine Mengen ordern, als gleich in eine Großpackung zu investieren. Zum einen fällt der Ärger, wenn das Botanical doch nicht den eigenen Geschmack trifft, auf diese Weise kleiner aus, zum anderen geben Gewürze ihre Aromen am besten frisch ab – sie sollten also gar nicht so lange gelagert werden. Je nach Bedarf kann es genügen, zunächst etwa 10 Gramm oder noch weniger von einem Botanical zu bestellen.

Die Haltbarkeit

Natürlich sollte das gekaufte Gewürz über einen gewissen Zeitraum haltbar sein oder aber sehr zügig verbraucht werden.

Die Verpackung

Damit Gewürze nicht an Aroma verlieren, sollten sie luftdicht verpackt sein. Das gilt natürlich auch für die Aufbewahrung Zuhause. Gut verschließbare Flaschen oder Boxen eignen sich ideal.

Gemahlen oder ganz?

Viele Zutaten werden sowohl gemahlen, als auch im Ganzen angeboten. Hier ist letztere Variante vorzuziehen, da diese in der Regel länger haltbar ist.

Kundenbewertungen und Reviews

Der Onlinekauf, zum Beispiel über Plattformen wie Amazon, hat den Vorteil, dass man sich Kundenbewertungen zum jeweiligen Produkt ansehen kann. So gewinnt man einen ersten Eindruck hinsichtlich der Qualität.

Sets nutzen

Gewürze, die im Set angeboten werden, stellen eine gute Wahl für Einsteiger dar. Sie bieten die Möglichkeit, verschiedene Aromen zu einem fairen Gesamtpreis auszuprobieren.

Was ist in einem Gin Botanicals Set enthalten?

Die eben angesprochenen Sets sind natürlich von verschiedenen Herstellern und in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Sie enthalten eine kleine bis mittelgroße Auswahl an Gewürzen, wobei sie sich meist an die Klassiker halten. Gin Kits dieser Art beinhalten oft Wacholderbeeren, Lavendel und Koriander, sowie Zitronenschalen, Rosenblüten und Rosmarin. Generell empfiehlt es sich, verschiedene Sets zu vergleichen, um ein Produkt zu finden, dessen Botanicals einen besonders interessieren.

Wo kann man die Gewürze kaufen?

Wie bereits erwähnt, können Gewürze online bestellt werden. Daneben gibt es aber auch lokale Stores und gut sortierte Spirituosenläden, die Botanicals vertreiben. Wo genau man nun kaufen sollte, kann pauschal nicht gesagt werden. Wer online bestellt, hat meist die größere Auswahl zur Verfügung, muss aber auf eine persönliche Beratung verzichten. Befindet sich ein Shop in der näheren Umgebung, lohnt es sich sicherlich, dort vorbeizuschauen – anschließend kann immer noch im Internet bestellt werden.

Informationen über Gin

Wie unterscheiden sich unterschiedliche Gin Sorten?

In Bezug auf den Einsatz von Botanicals, ergibt eine Unterteilung in die folgenden drei Sorten Sinn:

Dry Gin

Wer diese Sorte herstellt, ist in der Verwendung von Botanicals relativ frei, da hier keine gesetzlichen Vorgaben beachtet werden müssen. Das bedeutet, dass auch künstliche Farb- und Aromastoffe beigegeben werden dürfen. Außerdem können Gewürze zu jedem Zeitpunkt der Destillation hinzugefügt werden. Streng verboten ist allerdings die Zugabe von Zucker. Außerdem muss bei der Sorte Dry zwingend zweifach destilliert werden. Gins dieser Sorte zeichnet sich typischerweise durch einen starken Wacholdergeschmack aus, der oft durch die Botanicals Angelikawurzel und Kardamom, sowie Zitrusfrüchte abgerundet wird.

London Dry Gin

Möchte man einen London Dry produzieren, muss man sich nach den strengsten Auflagen richten. Zum einen dürfen sämtliche Gewürze lediglich zu Beginn des Destillierens zugesetzt werden, zum anderen dürfen keine Farb- und Aromastoffe verwendet werden. Was den Zucker betrifft, so sollen maximal 0,5 Gramm pro Liter verwendet werden. Auch ein London Dry verfügt über eine vordergründige Wacholdernote. Ergänzend werden oft sehr würzige, kräftige Aromen genutzt, um dem Alkohol einen besonderen Geschmack zu verleihen.

New Western Dry Gin

Der New Western Dry bietet die meisten Möglichkeiten: Es existieren weder Vorgaben zum Einsatz von Aromen, noch hinsichtlich der Zuckerung. Außerdem dürfen künstliche Aroma- und Farbstoffe verwendet werden. Das führt dazu, dass viele sehr außergewöhnliche Gins zu den New Western Dry Gins gehören. Hersteller dieser Sorte können sich geschmackstechnisch nach Belieben austoben, was zu ganz neuen, spannenden Kombinationen führt.

Was macht einen guten Gin Tonic aus?

Dieser klassische Drink setzt sich aus Gin und Tonic Water zusammen und eignet sich optimal, um mit Gewürzaromen verfeinert zu werden. Damit die Grundlage stimmt, sollten Alkohl und Tonic Water unbedingt aufeinander abgestimmt sein. Ein geschmacksintensives Tonic Water verlangt nach einem kräftigen, würzigen Wachholderbranntwein, während mildes Tonic Water mit leicht, lieblichen Gins kombiniert werden sollte.

Gin selber machen

Botanicals versetzen jeden in die Lage, seine eigenen Gins zu kreieren. Fehlt es dem Drink an Süße, Herbe oder Würze? Kein Problem! Wer eine Auswahl an Gewürzen besitzt, kann ganz leicht Abhilfe schaffen und den Geschmack des Getränks nach den individuellen Vorlieben abändern. Das ist nicht nur praktisch, sondern macht auch Spaß. Schließlich gibt es unzählige kreative Kombinationen, die ausprobiert werden können und wollen. Dabei gilt: Je länger ein Botanical ziehen kann, desto stärker überträgt es sein Aroma auf den Gin.

Mehr zum Thema Gin

Natürlich sind nicht nur die hier vorgestellten Zutaten und Garnierungen wichtig für den Geschamck, sondern auch die Spirituose selbst. Diese stellen wir auf folgender Seite vor. Außerdem beschäftigen wir uns mit dem nötigen Zubehör, dass man für Longdrinks und Cocktails auf Gin Basis benötigt.